Middelhauve, Möllemann und Lindner – „Der Liberalismus tendiert zum Faschismus“

„Der Liberalismus tendiert zum Faschismus“: Dieser Ausspruch stammt von Max Horkheimer. (Quelle: youtube.com) Tatsächlich versucht FDP-Chef Christian Lindner aktuell von den Erfolgen der AfD beflügelt schamlos offen, programmatisch mit den Ängsten der Mitte in Bezug auf Integration, Migration und die Europäische Union zu spielen, was zum Erfolgsgaranten rechtsgerichteter Parteien geworden ist.

Dabei führt Lindner eine lange Tradition der FDP fort: Wie keine andere Partei in der BRD konnte die FDP nach dem zweiten Weltkrieg personell von Altnazis profitieren, Friedrich Middelhauve sei Dank. Nach der Wende wühlte der liberale Rambo Jürgen Möllemann „vor Ort bis in den braunen Sumpf hinein“, um Wähler anzuwerben. Warum ist »der Faschismus (…) nicht wider die bürgerliche Gesellschaft, sondern unter bestimmten historischen Bedingungen ihre konsequente Form.«?

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Ein letzter glücklicher Tag in Bad Wildungen

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Die zerstörte Bad Wildunger Synagoge im November 1938

In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts hatte Wildungen einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, weil die Stadt ein bekannter Kur- und Badeort wurde. Mit der Entwicklung der Stadt zu Bad Wildungen hatten Juden eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben zu spielen begonnen. Einige der wachsenden Zahl jüdischer Bürger gehörten Anfang des 20. Jahrhundets zu den wohlhabenden Leuten. Sie waren Kaufleute, Hotelbesitzer und Ärzte. In Bad Wildungen gab es etwa 30 jüdische Geschäfte. 1914 wurde eine Synagoge gebaut. Die Zeit der Weimarer Republik war die Blütezeit des jüdischen Lebens in dieser Stadt. Heute möchte ich von einem dieser schönen Tage in meiner Heimatstadt Bad Wildungen erzählen – einem der letzten.

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Edda Göring – Das Blut der Nazis ist dicker als die Tränen der Juden

Das Bild des Psychopathen mit dem des guten Onkels zusammenzubringen, dafür habe sie ihr ganzes Leben und einige Psycho-Workshops gebraucht, sagt Bettina Göring, die Großnichte Hermann Görings, in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung im Juli 2017: »Monster sind nicht charmant, oder?«. „Die Nazi-Vergangenheit in der Familie ist sicher viel einfacher zu verarbeiten, wenn man etwas entfernter ist und kein direkter Nachkomme (…)«. Für manch nahe Verwandte wie Edda Göring, die Tochter von Herrmann Göring, ist dies offenbar weniger einfach.

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Caterina Tarongí – Der lebendige Leib brennt noch immer

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Eine Familie der Chuetas, Felanitx, Mallorca, 1930

Die Geschichte von Caterina begann vor langer Zeit und ist noch nicht zu Ende: Babylonier vertrieben Menschen wie sie aus ihrer Heimat, Christen beschuldigten sie in der Diaspora, am Tod Jesu Christi Schuld zu sein, und verbrannten sie auf Scheiterhaufen, um ihre Macht abzusichern. Aufklärer besannen sich auf die Linguistik und erklärten sie wissenschaftlich zu „Semiten“, um ihnen Fortschrittsfeindlichkeit vorzuwerfen. Nationalsozialisten rotteten sie mit Gas nahezu aus, um sie sozialdarwinistisch als Schuldige für die Weltwirtschaftskrise zu bestrafen. Zurück in ihrer Heimat, töten Araber sie mit Bomben, um sie erneut zu vertreiben. In Zeiten des Neoliberalismus gelten Juden weltweit als Schuldige für Finanzkrisen und soziale Ungleichheit. Als Mahnmal für diesen Wahnsinn möchte ich die spezielle alte und in Teilen moderne Geschichte von Caterina erzählen.

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Das Vermächtnis von Claus Schenk Graf von Stauffenberg

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Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg stammte aus einem Bayrisch-Fränkischen Adelsgeschlecht, das bis in das Jahr 1317 zurückreichte. Geboren wurde er am 15. November 1907 in Jettingen in Schwaben. Er und seine Brüder Alexander und Berthold wurden stark durch das katholisch-militärische Elternhaus geprägt. So ging Claus nach dem Abitur 1926 in ein Reiterregiment nach Bamberg, wo er später zum Leutnant befördert wurde. Bei der Offiziersprüfung 1930 in Dresden wurde er Jahrgangsbester. Der junge durch Stefan George beeinflusste Soldat hinterließ mit seiner Umgangsart und seiner Bildung einen bleibenden Eindruck bei seinen Kameraden.

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Das Problem mit Gregor Gysi als „jüdischstämmiger“ Mensch

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Er ist bekannt und, zwar nicht bei politischen Gegnern, so doch in der Bevölkerung aufgrund seiner Eloquenz auch beliebt. Doch trotz einer langen politischen Karriere und dem Fraktionsvorsitz der Linken im Deutschen Bundestag, ist er nicht der Berühmteste in seiner Familie. Seit Doris Lessing 2007 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, steht fest: Gregor Gysi ist vor allem eines – Doris Lessings Neffe. „Utopien enden meist in Konzentrationslagern“, hat Doris Lessing einmal gesagt. Für ihren Neffen hat sie wärmere Worte: Er sei ein „romantischer Sozialist“.

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„Ich weiß, dass das mit meinem Unten-Loch nicht stimmt“

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»Penis nicht darstellbar“, stand in der Krankenakte. „Wir wollen Ihnen raten, das Kind als Mädchen großzuziehen. So wie sein Geschlechtsteil jetzt aussieht, können wir davon ausgehen, dass es niemals wie ein Junge im Stehen Wasser lassen kann“, sagte die Gynäkologin zu Clara Morgen. Sie musste über das Geschlecht ihres Kindes, das mit einem männlichen XY-Chromosom, jedoch mit Missbildung des Genitals geboren wurde, entscheiden. Immerhin musste spätestens nach einer Woche ein Geschlecht in der Geburtsurkunde angekreuzt werden. Der Arzt sagte: „Es ist leichter, ein Loch zu graben, als einen Pfahl zu konstruieren.“ Also wurde Franzis männliches Geschlechtsteil entfernt. Aus Franz wurde Franzi. Immerhin wurde Franzis Mutter anders als viele andere Eltern Intersexueller vorher gefragt.

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