Bitte haben Sie dafür Verständnis, wenn ich als Ghostwriterin an dieser Stelle nicht die Namen meiner Auftraggeber nennen kann: Ich möchte sie nicht verraten. Dafür finden Sie im Folgenden eine Leseprobe eines Romans von mir, an dem ich schreibe, sowie eine Auswahl einiger meiner Publikationen in Massenmedien:

Roter Hering – ein Wirtschaftsthriller auf Mallorcas internationalem Parkett

Prolog

Ein Grollen erschüttert die Hügel bei Son Caliu im Südwesten Mallorcas, ohne dass in der Dunkelheit ein Blitz zu sehen war. Sturzbäche haben die Torrents zum Leben erweckt, die das Regenwasser ins Meer fluten. Was Menschen im Moment des Ertrinkens empfinden, ist nicht bekannt. Der Schriftsteller Jack London hat in seinen Roman „Martin Eden“ seinen späteren Freitod jedoch vorweggenommen: „Der Druck auf seine Trommelfelle war eine Pein, und in seinem Kopfe summte es. Sein Wille brach und mit einem mächtigen explosiven Stoß entwich die Luft aus seiner Lunge. Dann kamen Qual und Würgen und ein furchtbares, erstickendes Gefühl. Die Hände begannen krampfhaft und schwach zu schlagen. Er schien matt in einer See von Traumgesichtern zu treiben. Farben und Glanz umgaben und badeten und durchdrangen ihn. In seinem Gehirn war plötzlich ein helles weißes Licht. Dann ein langanhaltendes Dröhnen, und ihm schien, als falle er eine gewaltige und unendliche Treppe hinab. Und irgendwo an ihrem Fuß fiel er ins Dunkel. Und in dem Augenblick, da er es wusste, hörte er auf, zu wissen“.

Ein solcher Regentag ist auf Mallorca zwar selten, dann aber häufig Teil eines tagelang andauernden Schauers. In solchen Zeiten versinken das Türkis der Meereswellen, das Schaumweiß ihrer Kronen, das Grasgrün der Aleppo-Kiefer- und Steineichenwälder und das Rostrot der Felder und Natursteinmauerwerke in Varianten schmutzigen Graus. Düster trotzt auch Port de Palma dem offenen Meer, obwohl Vollmond ist. Unterhalb der Kathedrale La Seu übernimmt diese Aufgabe die alte Mole. Von dort triefen mir im Dunkeln unsichtbar etwa drei Kilometer weit unzählige Segelmasten entgegen – bis über die Moll de Ponent (Westmole) und Moll de Paraires (Wollarbeitermole) für Kreuzfahrt- und Linienschiffe. Hinter mir wird Port de Palma von einer neuen Mole beschützt, dem Dic del Oest (Westdeich), einer Landschlange, die ihre Zunge hunderte Meter weit ins offene Meer ausstreckt. Direkt vor mir liegt die tief eingeschnittene Bucht Cala de Porto Pí mit einem Handels- und Militärhafen.

Physiologisch erleidet ein Ertrinkender nacheinander fünf Stadien mit tödlichem Ausgang: Durch den Schreck des Eintauchens schnappt er über einen Reflex ein letztes Mal tief nach Luft. Mit dem Sauerstoff versucht er seinen Körper maximal lang vor dem Ersticken zu retten. Tauchen dann seine Nase und sein Mund unter, muss er die Luft anhalten. Ist er untrainiert, gelingt ihm dies für rund eine quälende Minute. Ist ein Stein an seine Fesseln gebunden, sinkt er in die Tiefe. Nach dem ihm die Luft ausgegangen ist, kitzelt es in seinem Atemzentrum, weil sich Kohlendioxid in seinem Blut konzentriert hat. Ob er will oder nicht: Im nächsten Augenblick versuchen seine Lungen, nach Luft zu ringen. Wasser bohrt sich in seine Bronchien, sein Zwerchfell verkrampft und würgt. Das Wasser vermischt sich mit dem Sekret und Rest von Luft in seinen Bronchien; ein eiweißhaltiger weißer Schaum kriecht über die Atemwege in den Mund und die Nase. Alle Muskeln des Körpers beginnen unkontrolliert zu zucken, da die Sauerstoffkonzentration im Gehirn zu gering geworden ist. Endlich hat das Stadium der Bewusstlosigkeit eingesetzt. Die automatischen Atmungs-Versuche fallen als nächstes aus. Spielt sich der Todeskampf im Salzwasser ab, injizieren die Lungenbläschen große Mengen Kalzium- und Magnesiumionen ins Blut. Das Herz bleibt stehen, wenig später das Gehirn. Die Verwandlung in eine Leiche hat begonnen.

Schiffen gibt der Torre de Senyals (Far de Porto Pi) bereits in einer Entfernung von 22 Seemeilen Orientierung, besonders in der Nacht, bei Regen oder Nebel. Viereckig und mit Zinnen in rund 40 Meter über dem Meeresspiegel ist er einer der ältesten Leuchttürme der Welt, der noch in Betrieb ist. Einst schleppten Wärter Olivenöl in Holzfässern eine Strickleiter und Stufen hinauf, damit im Turm niemals das Licht ausging. Gefährlich wurde es später mit Paraffin und Gas. Heute flankiert eine 1.000 Watt Halogen-Glühlampe von Osram in einer verglasten Kuppel rechter Hand die Einfahrt zum Porto Pí. Auf der anderen Seite wacht der kleine Torre de sa Cadena (Torre de Pareires) auf römischen Fundamenten mit Schießscharten an den  vier Wänden und Zinnen an deren Enden über der Hafeneinfahrt. Einst wurde diese abends mit Ketten abgesperrt – daher der Name. Mit Feuerzeichen und Blechhorn warnte der Wärter vom Flachdach aus vor Maurischen Piraten, die Menschen entführten, ohne sie gegen Pulver, Pferde oder Silber zu tauschen wie die Europäischen Händler. Viele Sklaven überlebten auf engstem Raum als Fracht gestapelt die Überfahrt nach Sansibar an der ostafrikanischen Küste nicht; auf Gewürznelken-Plantagen, die Said ibn Sultan aus dem Oman hatte anlegen lassen, verendeten die Überlebenden. Es riecht faulig: Eine Kläranlage pustet rund um die Uhr eine zähe braune Brühe durch ein altes Rohr in die Badia de Palma. Im kalten Licht der Osram-Birne ist ein Öltanker mit flachem Deck auszumachen. Vor der rostigen Stahlwand blinken die Lichter einiger Polizeiautos. Die Männer und Frauen von der Policía Local in nachtblauen, lässigen Baseball-Kappen, Hemden und Hosen, alles in allem mehr als ein halbes Dutzend, haben den Fundort bereits gesichert. Trotz Dunkelheit, Regen und Kälte müssen sie Schaulustige und Reporter auf Abstand halten. Ein Mann in weißem Ganzkörperschutzanzug mit Reißverschluss bis zum Hals untersucht den Toten. Sie kennen doch diesen süßen, fettigen Geruch, wenn ein Eichhörnchen auf dem Dachboden verendet ist. Es stinkt nach geronnenem Blut, nach altem Käse, nach saurer Milch und nach Geschwulstkrankheiten. Es stinkt der Platz, auf dem der Tote liegt, es stinkt das Wasser, aus dem er gezogen wurde, es stinkt der Poller neben ihm, es stinkt die vom Heck zum Bug des Tankers verlaufende Festmacherleine, es stinken die Rattenbleche daran, es stinken die Männer und Frauen von der Policía Local und der Mann von der Policía Scientifica. Am schlimmsten ist es bei einer Wasserleiche. Sie hat eine Waschhaut, als ob ein Lebender zu lange gebadet hätte. Ihr Körperfett hat sich in Fettwachs umgewandelt und ihre äußeren Umrisse wie ein Panzer konserviert. Ihr Aussehen könnte man als „aufgedunsen“ bezeichnen. Durch Schiffe, Stangen oder Ruder ist sie stark beschädigt worden und zwar nach der Verwandlung in sterbliche Reste.

Es ist die Wasserleiche von John D. Harris, bis zu seinem Tod Vizepräsident des US-amerikanischen Rüstungs- und Cybersecurity-Giganten Raytheon. Das Unternehmen war in interessierten Kreisen vor einiger Zeit schon einmal im Gespräch: Im August 2016 hatte die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) des Pentagon das erste ausschließlich von autonomen Computern bestrittene Hacking-Turnier der Welt ausgerichtet. Für das Endspiel dieser „Cyber Grand Challenge“ in Las Vegas hatten sich sieben Teams qualifiziert. Ihre Systeme traten gegeneinander an, um durch maschinelles Lernen Sicherheitslücken in denen der anderen zu finden, diese auszunutzen und das eigene System zu verteidigen. “Deepred”, das Team von Raytheon, verlor gegen das des Carnegie Mellon Spin-offs ForAllSecure.

“Bitte lassen Sie mich durch zu Comisario Rafael Estarellas! Mein Name ist Martha Arri.”

Veröffentlichungen

26. August 2017

Treffen sich Merkel, Trump, Erdogan und Putin…

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Satire@Trump/Erdo/Putin: Patrizia Trolese mit einer Burleske, die bei näherer Betrachtung eventuell weit weniger Farce oder Übertreibung ist, als man es gern hätte.

Weiterlesen auf die DIE KOLUMNISTEN

26. Juli 2017

Caterina Tarongí – Der lebendige Leib brennt noch immer

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Unsere Gastkolumnistin erzählt das Schicksal jüdischer Familien auf Mallorca. Eine Geschichte voller Leid, die bis heute nicht zu Ende ist.

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16. Februar 2016

Der deutschen Marktforschungsbranche drohen neue Krisen

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Nicht nur digitale Geschäftsmodelle und Big Data bedrohen die Marktforschungsbranche weltweit. Börsencrashs und nachlassendes Wirtschaftswachstum in China, der Ölpreisverfall und insolvente Fracking-Unternehmen in den USA halten die Welt dieser Tage in Atem – auch die Marktforscher. Was bedeuten diese Entwicklungen für die deutsche Marktforschung?

Weiterlesen auf marktforschung.de

30. November 2015

Die Flüchtlingskrise als Weckruf für die deutsche Wirtschaft

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Europa steht ein großer Umbruch bevor, der neue Konzepte für die Gestaltung von Gesellschaft und Wirtschaft benötigt und keine reaktionären Ideen. Es gilt, Antworten auf den demographischen Wandel und dem Rückstand Europas in der digitalen Ökonomie zu finden.

Weiterlesen auf dtj-online.de

14. November 2015

Ein dritter muslimischer Weg?

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Die Türkei hat gewählt und entgegen aller Erwartungen Recep Tayyip Erdoğan und seine AKP stark gemacht. Kehrt die Türkei zum Autoritarismus zurück oder passt die Entwicklung des Landes in globale politische Trends?

Weiterlesen auf qantara.de

5. Juni 2015

Kann es in Deutschland mehr Tech-Genies geben?

Indian Prime Minister Narendra Modi Meets With Facebook Inc. Chief Executive Officer Mark Zuckerberg

Männer wie Bill Gates, Steve Jobs oder Mark Zuckerberg haben unsere Welt verändert. Ein Blick in ihre Biografien erklären, warum.

Weiterlesen auf gruenderszene.de

01. Juni 2015

Marktforscher (m/w) – die Zukunft eines Berufes

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Es gibt heute im Wesentlichen fünf Typen von Marktforschern. Sie unterscheiden sich deutlich voneinander – lediglich die Liebe zur Empirie und Analytik haben sie gemeinsam.

Weiterlesen auf marktforschung.de

7. Mai 2015

Datenschutz in Deutschland – Fluch oder Segen für Big-Data-Startups?

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Deutscher Datenschutz kann ein Wettbewerbsvorteil sein, doch er hemmt auch die Internetökonomie hierzulande. Eine Lösung: öffentliche Datenbanken.

Weiterlesen auf gruenderszene.de

03. Februar 2015

Wird Deutschland auch die zweite Halbzeit der Internetökonomie verlieren?

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Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Marcel Fratzscher mahnt: „Seit 1999 hat Deutschland einen Investitionsrückstand von rund einer Billion Euro aufgebaut und dadurch erhebliche Wachstumschancen verpasst.“ Dadurch wird die Zukunft Deutschlands gefährdet.

Weiterlesen auf consulting.de

17. November 2014

Etwas fehlt in der Smart New World

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Zwar hat unser Land die erste Halbzeit der digitalen Revolution verloren – gegen Player wie Steve Jobs, Larry Page und Mark Zuckerberg. Mit dem Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ hat sich Deutschland aber nun vorgenommen, im traditionell starken Maschinenbau, in der Elektrotechnik und im Automobilbau Vorreiter einer neuen Form der Industrialisierung zu werden.

Weiterlesen auf consulting.de

26. November 2013

Big Data-Kongress in Berlin: Chancen und Herausforderungen für die Marktforschungsbranche

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„Big Data goes Smart Data“ – dieser Kongress wurde am 11. und 12. November in Berlin ausgerichtet. Meinen Besuch dieser zweitätigen Veranstaltung habe ich zum Anlass genommen, unternehmerische Chancen und Herausforderungen für die Marktforschungsbranche in Bezug auf Big Data auszuloten.

Weiterlesen auf marktforschung.de

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