Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – Offener Brief an Wolfgang Schäuble zur Causa David Berger & AfD

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Jerusalem, Yad Vashem, Halle der Erinnerung, Berthold Werner – Eigenes Werk

Sehr geehrter Herr Präsident des Deutschen Bundestages Wolfgang Schäuble,

hiermit möchte ich an Sie im Zusammenhang mit der Gedenkfeier am 31. Januar 2019 im Deutschen Bundestag anläßlich des 74. Jahrestags der Befreiung der Vernichtungslager in Auschwitz zwei Bitten richten:

  1. Bitte laden Sie Herrn David Berger, Kurator der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES), für diese Gedenkfeier wieder aus.
  2. Bitte verweigern Sie auch den Politikern der AfD-Franktion im Bundestag die Teilnahme an der Feier.

Begründung: Es besteht die im Folgenden begründete Gefahr, dass die Genannten die Würde der bevorstehenden Gedenkfeier und die des Holocaust-Überlebenden Prof. Dr. Dres. h. c. mult. Saul Friedländer, der die Gedenkrede halten wird, aufgrund ihrer Gesinnung erheblich verletzen werden.

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Die „Rattenlinien“ des Horst Mahler

Teil 2 der Rattenlinien-Trilogie

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Ursula Haverbeck und Horst Mahler beim Rudolf Heß-Marsch in Wunsiedel 2004

Die mehrfach vorbestrafte 88-jährige notorische Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck ist am Montag erneut wegen Volksverhetzung gemäß § 130 StGB zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. (Quelle: juedische-allgemeine.de) Haverbeck ist wie die meisten Holocaust-Leugner Antisemitin und betrachtet das Leugnen als notwendige Voraussetzung dafür, wesentliche Ziele des Nationalsozialismus politisch wieder zustimmungsfähig zu machen.

Bei einigen spielt auch Verdrängung eine Rolle: Der NS-Völkermord war so abscheulich, dass die (auch ohne „Siegerjustiz“ natürlicher Weise) empfundene Schuld als Deutscher für viele unerträglich bleibt. Am Beispiel Horst Mahlers weiche ich von der Goldwater-Regel von 1973, die Ferndiagnosen verbietet, ab, da Mahler wie kaum ein anderer Spuren im Internet hinterlassen hat. Ich möchte die Psychodynamik des Holocaust-Leugners aufzeigen. Die „Rattenlinien“, eine US-Bezeichnung für Verbindungsrouten führender Vertreter des NS-Regimes nach Ende des Zweiten Weltkriegs, stehen dabei für die Tatsache, dass die Greueltaten der Nazis psychologisch bis heute wirken. „Die „Rattenlinien“ des Horst Mahler“ weiterlesen

Ein letzter glücklicher Tag in Bad Wildungen

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Die zerstörte Bad Wildunger Synagoge im November 1938

In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts hatte Wildungen einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, weil die Stadt ein bekannter Kur- und Badeort wurde. Mit der Entwicklung der Stadt zu Bad Wildungen hatten Juden eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben zu spielen begonnen. Einige der wachsenden Zahl jüdischer Bürger gehörten Anfang des 20. Jahrhundets zu den wohlhabenden Leuten. Sie waren Kaufleute, Hotelbesitzer und Ärzte. In Bad Wildungen gab es etwa 30 jüdische Geschäfte. 1914 wurde eine Synagoge gebaut. Die Zeit der Weimarer Republik war die Blütezeit des jüdischen Lebens in dieser Stadt. Heute möchte ich von einem dieser schönen Tage in meiner Heimatstadt Bad Wildungen erzählen – einem der letzten.

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Edda Göring – Das Blut der Nazis ist dicker als die Tränen der Juden

Das Bild des Psychopathen mit dem des guten Onkels zusammenzubringen, dafür habe sie ihr ganzes Leben und einige Psycho-Workshops gebraucht, sagt Bettina Göring, die Großnichte Hermann Görings, in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung im Juli 2017: »Monster sind nicht charmant, oder?«. „Die Nazi-Vergangenheit in der Familie ist sicher viel einfacher zu verarbeiten, wenn man etwas entfernter ist und kein direkter Nachkomme (…)«. Für manch nahe Verwandte wie Edda Göring, die Tochter von Herrmann Göring, ist dies offenbar weniger einfach.

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