Ein letzter glücklicher Tag in Bad Wildungen

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Die zerstörte Bad Wildunger Synagoge im November 1938

In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts hatte Wildungen einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, weil die Stadt ein bekannter Kur- und Badeort wurde. Mit der Entwicklung der Stadt zu Bad Wildungen hatten Juden eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben zu spielen begonnen. Einige der wachsenden Zahl jüdischer Bürger gehörten Anfang des 20. Jahrhundets zu den wohlhabenden Leuten. Sie waren Kaufleute, Hotelbesitzer und Ärzte. In Bad Wildungen gab es etwa 30 jüdische Geschäfte. 1914 wurde eine Synagoge gebaut. Die Zeit der Weimarer Republik war die Blütezeit des jüdischen Lebens in dieser Stadt. Heute möchte ich von einem dieser schönen Tage in meiner Heimatstadt Bad Wildungen erzählen – einem der letzten.

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Caterina Tarongí – Der lebendige Leib brennt noch immer

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Eine Familie der Chuetas, Felanitx, Mallorca, 1930

Die Geschichte von Caterina begann vor langer Zeit und ist noch nicht zu Ende: Babylonier vertrieben Menschen wie sie aus ihrer Heimat, Christen beschuldigten sie in der Diaspora, am Tod Jesu Christi Schuld zu sein, und verbrannten sie auf Scheiterhaufen, um ihre Macht abzusichern. Aufklärer besannen sich auf die Linguistik und erklärten sie wissenschaftlich zu „Semiten“, um ihnen Fortschrittsfeindlichkeit vorzuwerfen. Nationalsozialisten rotteten sie mit Gas nahezu aus, um sie sozialdarwinistisch als Schuldige für die Weltwirtschaftskrise zu bestrafen. Zurück in ihrer Heimat, töten Araber sie mit Bomben, um sie erneut zu vertreiben. In Zeiten des Neoliberalismus gelten Juden weltweit als Schuldige für Finanzkrisen und soziale Ungleichheit. Als Mahnmal für diesen Wahnsinn möchte ich die spezielle alte und in Teilen moderne Geschichte von Caterina erzählen.

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